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Anbauvereinigungen (Cannabis Social Clubs) einfach erklärt

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Seit April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland Cannabis nicht nur selbst anbauen, sondern auch gemeinsam in einem Verein. Das Gesetz nennt diese Vereine Anbauvereinigungen. Umgangssprachlich heißen sie Cannabis Social Clubs, kurz CSC. Hier steht, was ein Club darf, was er von seinen Mitgliedern verlangt und für wen sich der Club oder der eigene Anbau eher lohnt.

Was eine Anbauvereinigung ist

Eine Anbauvereinigung ist ein eingetragener Verein oder eine Genossenschaft, die Cannabis gemeinschaftlich anbaut und an ihre Mitglieder zum Eigenkonsum weitergibt. Dafür braucht sie eine Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde (§ 11 KCanG). Gewinn darf sie damit nicht machen. Sie finanziert sich über Mitgliedsbeiträge.

Wer Mitglied werden kann

  • Mitglieder müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Sie brauchen einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland.
  • Jede Person darf nur in einem Club Mitglied sein.
  • Ein Club hat höchstens 500 Mitglieder.

Alle Regeln stehen in § 16 KCanG. Mitglieder müssen beim Anbau aktiv mitwirken (§ 17). Ein Club ist also kein Abholladen. Wie viel Mitarbeit verlangt wird, regelt jeder Verein in seiner Satzung. Das reicht von Gießdiensten bis zur Mitarbeit bei der Ernte.

Wie viel ein Club weitergeben darf

An Mitglieder ab 21 Jahren höchstens 25 Gramm am Tag und 50 Gramm im Monat (§ 19). Für Mitglieder zwischen 18 und 20 gelten niedrigere Monatsmengen und zusätzliche Auflagen. Konsumiert werden darf in den Räumen des Clubs nicht.

Samen und Stecklinge aus dem Club

Anbauvereinigungen dürfen selbst gewonnenes Vermehrungsmaterial weitergeben, und zwar nach § 20 KCanG:

  • an eigene Mitglieder,
  • an Nichtmitglieder ab 18 mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland,
  • an andere Anbauvereinigungen.

Pro Person und Monat sind das höchstens sieben Samen oder fünf Stecklinge, gemischt insgesamt fünf. Die Übergabe findet persönlich im Club statt, mit Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises. Wer keinen Club in der Nähe hat, kommt auf diesem Weg also nur schwer an Material.

Club oder eigener Anbau?

Zu Hause darfst du bis zu drei Pflanzen gleichzeitig anbauen (§ 9 KCanG). Beides hat seinen Platz:

Anbauvereinigung Eigenanbau zu Hause
Aufwand Mitarbeit nach Satzung, feste Termine Täglich ein paar Minuten, nach eigenem Plan
Kosten Laufender Mitgliedsbeitrag Einmal Ausrüstung, dann Strom, Erde, Dünger
Sortenwahl Was der Club anbaut Deine Wahl
Wissen Erfahrene Mitglieder helfen Selbst lernen, zum Beispiel mit unseren Ratgebern
Wartezeit Oft Wartelisten Sofort möglich

Beides lässt sich verbinden: im Club lernen und zu Hause ein, zwei Pflanzen der eigenen Lieblingssorte ziehen. Wer zu Hause startet, spart mit einem bewurzelten Steckling mehrere Wochen gegenüber einem Samen. Den Vergleich haben wir in Steckling oder Samen aufgeschrieben. Unsere Auswahl findest du unter Stecklinge.

Einen Club in der Nähe finden

Die genehmigten Anbauvereinigungen veröffentlichen die Länder nicht einheitlich. Ein guter Startpunkt sind die Listen der Verbände und die Instagram- oder Webseiten der Clubs selbst. Frag bei Interesse direkt nach Warteliste und Mitwirkungspflicht, bevor du einen Aufnahmeantrag stellst.

Mehr zur Rechtslage bei Vermehrungsmaterial steht in unserem Beitrag zu KCanG und Vermehrungsmaterial.

Stand: September 2026. Dieser Beitrag gibt die Regeln des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) vereinfacht wieder und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Gesetzestext auf gesetze-im-internet.de.

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