Wer Samen kauft, steht fast immer vor derselben Wahl: feminisiert oder Autoflowering? Beide Samen bringen weibliche Pflanzen. Der Unterschied liegt darin, wann die Pflanze zu blühen beginnt. Davon hängt ab, welches Licht du brauchst, wie lange du wartest und wie viel du falsch machen darfst.
Der Unterschied liegt im Blütebeginn
Feminisierte Samen (photoperiodisch) blühen erst, wenn die Nächte lang werden. Drinnen stellst du dafür die Beleuchtung auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit um. Draußen passiert das von selbst im Spätsommer. Bis dahin wächst die Pflanze, so lange du willst.
Autoflowering-Samen blühen nach Alter, egal wie viel Licht sie bekommen. Nach drei bis fünf Wochen setzt die Blüte ein, und zwar ohne dein Zutun. Das stammt aus der Unterart Ruderalis, die in Gegenden mit kurzen Sommern wächst.
Im Vergleich
| Feminisiert | Autoflowering | |
|---|---|---|
| Blütebeginn | Durch Lichtwechsel auf 12/12 | Von selbst nach 3 bis 5 Wochen |
| Licht drinnen | 18/6 im Wachstum, 12/12 in der Blüte | 18/6 oder 20/4 durchgehend |
| Dauer vom Samen bis zur Ernte | Flexibel, meist 3 bis 5 Monate | Meist 9 bis 12 Wochen |
| Größe | Steuerbar über die Wachstumszeit | Kompakt, kaum steuerbar |
| Fehlertoleranz | Hoch, Stress lässt sich aufholen | Gering, verlorene Tage kommen nicht zurück |
| Als Mutterpflanze | Ja | Nein |
| Draußen in Deutschland | Eine Ernte, Ende September bis Oktober | Mehrere Durchgänge von Mai bis August möglich |
Wann feminisiert die bessere Wahl ist
Wenn du Zeit hast und die Pflanze formen willst. Weil du den Blütebeginn selbst bestimmst, kannst du Fehler in der Wachstumsphase einfach aussitzen, bis die Pflanze wieder gesund ist. Techniken wie Toppen oder Herunterbinden funktionieren hier gut. Und nur aus einer photoperiodischen Pflanze kannst du später selbst Stecklinge schneiden. Wie das geht, steht im Beitrag zu Mutterpflanzen.
Mehr zu dieser Samenart: Feminisierte Samen erklärt.
Wann Autoflowering die bessere Wahl ist
Wenn es schnell gehen soll, der Platz knapp ist oder du draußen anbaust und die Ernte vor dem Herbstregen im Kasten haben willst. Du brauchst keinen lichtdichten Raum, weil kein Lichtwechsel nötig ist. Allerdings verzeiht eine Autoflower wenig. Umtopfen, Hitze oder ein Düngefehler in den ersten Wochen kosten Größe, die sie nicht mehr aufholt. Pflanz sie deshalb gleich in den Endtopf.
Mehr dazu: So funktionieren Autoflowering-Sorten.
Und Stecklinge?
Stecklinge werden immer von photoperiodischen Mutterpflanzen geschnitten. Sie verhalten sich also wie feminisierte Pflanzen, nur dass du die Keimung und die ersten Wochen überspringst und genau die Genetik der Mutter bekommst. Ob sich das für dich lohnt, zeigt der Vergleich Steckling oder Samen.
Welche Samen für wen
Erster Anbau, wenig Platz, schnelles Ergebnis: Autoflowering. Mehr Kontrolle, größere Pflanzen, eigene Stecklinge später: feminisiert. Beide Sorten findest du in unserer Auswahl an Samen, bewurzelte Pflanzen unter Stecklinge.
Hinweis: Nach § 9 KCanG ist der private Eigenanbau von höchstens drei Cannabispflanzen gleichzeitig erlaubt, für Volljährige mit Wohnsitz in Deutschland.

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